Sehr geehrte Damen und Herren,
kürzlich bekamen wir von Ihnen den Hund Nico vermittelt und möchten nun mal etwas von uns hören lassen.
Meine ersten 24 Stunden in meinem neuen Zuhause
Hallo! Mein Name ist Nico und nun möchte ich Euch von meinem jüngsten Erlebnis berichten. Ich bin ein dreimonatealter Schäferhundmischling und habe neun Geschwister. Meine Wurzeln liegen in Italien. Mama wurde in Rom einsam und allein aufgefunden und nach Deutschland gebracht.
Mein Leben begann im Tierheim Wolfenbüttel. Ich war mit einer der noch nicht vermittelten Welpen und saß in einem Gehege mit zwei meiner Schwestern.
Am 26.06.2009 war es dann endlich soweit. Auch ich konnte mein Gehege verlassen. Ich war mir nicht sicher, ob dies nun gut oder schlecht ist.
Es waren plötzlich so viele Menschen um mich herum und ich hatte auch ein wenig Angst, welche sich jedoch vorerst durch das Spiel mit dem Ball vergessen ließ.
Nun bin ich total aus dem Häuschen. Eine kleine Familie nahm mich in ihre liebevolle Obhut und trug mich aus dem Tierheim.
Ich verließ es mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
Meine Mama und meine Geschwister verlassen zu müssen war schwer für mich, aber ich freute mich einfach zu sehr und war viel zu neugierig wegen der vielen Leute.
Wir gingen zu einem großen silbernen Gegenstand und setzten uns hinein. Ich wurde auf den Schoß genommen und legte mich erstmal hin.
So viel Aufregung auf einmal muss auch erstmal verdaut werden. Es war sehr spannend, Wiesen und Wälder zu sehen. Ich glaube, dass die Welt noch viel für mich bereit hält. Als der große silberne Gegenstand wieder anhielt und alle ausstiegen fielen dicke Tropfen vom Himmel und ich war auch sehr froh, als ich dann ein Dach über dem Kopf hatte.
Im Haus angekommen suchte ich mir erstmal eine ruhige Ecke, in der ich mich verkriechen kann.
Nunja. Das hat nicht so gut funktioniert, denn es gab hier bedeutend mehr Ecken als in meinem alten Gehege. Also beschloss ich doch erstmal meine Nase überall hereinzustecken und erkundete die neue Heimat
Schnell machte ich auch Bekanntschaft mit der Katze meiner neuen Heimat. Also eine freundliche Begrüßung sieht irgendwie anders aus… Ich beschloss erstmal wieder die Biege zu machen und entdeckte in der Küche zwei Näpfe auf denen mein Name geschrieben stand. Ich ging näher hin und sah hinein, es wäre ja möglich gewesen, dass sich in dem Topf etwas Leckeres befindet.
Vorerst war dem nicht so. Nagut dachte ich nur, dann werde ich mal meine Erkundungstour des Hofes zum zweiten Male wagen. Also ging ich hinaus. Die freundliche Katze war Gott sei dank verschwunden und ich hatte nichts mehr zu befürchten.
Nun kamen auch die Menschen, meine neue Familie, hinaus und setzten sich zu Tisch und begannen mit dem Essen. Mir wurde ein Fressnapf mit Wasser und einer mit Futter hingestellt.
Die Menschen kamen zu mir und streichelten mich und sprachen zu mir. Sie meinten, ich solle es mir schmecken lassen und keine Angst haben. Wie auch immer, dachte ich mir und begann den Napf zu leeren
Nun fielen auch keine Tropfen mehr vom Himmel. Ich lief über den Hof, blieb vor der Tür stehen und entdeckte einen Spalt, durch den ich schaute. Meine neue Familie kommt auf mich zu mit einer langen Leine und stellten nur Fragen, ob ich denn mal rausgehen wollte. Was auch immer das bedeuten sollte, dachte ich mir und ließ mir dieses Teil ummachen.
Nun ging eine Tür auf und ich entdeckte so viel Neues. Meine ersten Schritte in der Natur waren nicht viele, aber es gefiel mir. Kurze Zeit später fand ich eine geeignete Stelle, um mein Geschäft zu machen.
Ich wurde dafür reichlich belohnt und war einfach nur glücklich.
Lang hielt ich mich nicht draußen auf. Der Tag hat einiges an neuen Erlebnissen für mich gebracht und ich war müde und wollte auch schlafen. Ich wurde dann in eine Ecke mit einer kuscheligen Decke darin im Schlafzimmer der Familie gebracht.
Für mich war dieser Tag sehr ertragreich. Ich war glücklich. Ich war zufrieden. Ohja, das bin ich.
Es verstrich kaum Zeit, da legte sich auch meine Familie zu Bett. Wir sagten alle “Gute Nacht” zueinander und schliefen. Ich schlief sehr gut und wachte im Hellen am nächsten Morgen wieder auf. Was musste ich feststellen? Ich musste mal, dringend
Also machte ich mich bemerkbar und wurde auch schnell erhöht. Leider musste ich sehr dringend und auf unerklärliche Weise war meine Decke nun plötzlich etwas feucht…
Nunja … passiert.
Meine Decke wurde gewaschen und ich an die Leine genommen zum Spazierengehen.
Als ich dann draußen war dachte ich mir, wenn ich schon mal da bin kann ich auch gleich mein Geschäft verrichten. Hm, irgendwie hat das was. Ich werde immer reichlich gelobt. Nagut. Vorgemerkt.
Zurück im Haus lief ich in die Küche und legte mich neben den Küchentisch. Meine Familie begann zu Essen. Ich hatte mein Frühstück ja schon längst beendet, wenn nicht sogar schon verdaut …
Es bahnt sich mir das Gefühl an, etwas vergessen zu haben, etwas sehr wichtiges. Nur was?!
Natürlich, ich musste mal schrecklich. Was mach ich nun? Ich weiss. Ich werde einfach hier still und heimlich Wasser lassen und so tun, als wäre nichts gewesen. Mist. Klappt nicht. Zu blöd, dass man auf Teppich nasse Flecken deutlich sieht.
Wenigstens ist es nur ein kleiner Läufer. Nichts desto trotz werde ich auf den Hof gelassen und der Teppich gereinigt. Ach Mist, dass sollte ich vielleicht lieber nicht drinnen erledigen.
Es dauert nicht lange und schon kommt jemand um mit mir zu spielen. Ich freue mich und wedle eifrig mit dem Schweif.
Die Eltern fahren weg und ich werde gestreichelt und gekrault. Das lass ich mir natürlich gerne gefallen. Warum auch nicht. Von mir aus nur weiter so
Die Leine klappert und ich werde auf einen Spaziergang eingeladen. Ich steh in der Hoftür und trau mich nicht, gehe dann aber doch.
Meine Neugier ist mal wieder stärker als alles andere. Ich schnüffele eifrig, lerne Wiesen, Bäume und Autos, sogar Motorräder kennen und habe noch einiges mit meiner Angst vor Neuem zu kämpfen.
Nach reichhaltiger Überlegung entschließe ich mich, eine Runde spazieren zu gehen und laufe brav an der Leine. Ich begegnete fremden Hunden, lernte Traktoren und das Rauschen des Wassers kennen. Zurück zu Hause werde ich für meinen Erfolg belohnt. Ich glaube, das könnte mir öfter zusagen.
Nun muss ich mich allerdings erstmal ausruhen und lege mich auf den Hof in eine kuschelige Ecke. Ich beobachte die offene Tür zum Haus und geh dennoch vorerst nicht rein.
“Quietsch..Quietsch…quietsch..” höre ich Geräusche. Ein Spielzeugknochen und das nur für mich!! Ich bin sehr glücklich, nehme den Knochen und verkriech mich wieder mit ihm. Ich schlafe zufrieden ein.
Als ich aufwache spüre ich wieder so ein gewisses Bedürfnis. Ich werde sofort bemerkt und zum nächsten Spaziergang animiert.
Wieder zurück geht es mir besser. Ich habe all meine Bedürfnisse befriedigt und lege mich in der Küche unter den Tisch um mich wieder etwas auszuruhen.
Puh, das ist aber ungewohnt so viel Neues macht müde. Während meine Familie gemeinsam am Tisch sitzt fühle ich mich wohl und schlafe behütet ein.
Dies waren meine Erlebnisse in einer für mich völlig neuen Welt.
Dann kann ich mich nur noch verabschieden.
Bis zum nächsten Mal wenn es wieder heißt: “Nicos Erlebnisse auf kleinen Pfoten.”.